Im Land der Wikinger, Elfen und Trolle

Island war schon immer ein von mir anvisiertes Reiseziel.
Nachdem ich im Juli diesen Jahres dem Lockruf endlich gefolgt war, kann ich bezeugen, dass dieses märchenumwobene Land voll quellender Schönheit ein ganz besonderes Naturerlebnis ist.

Ein Besuch lohnt sich, auch wenn man eigentlich die Sonne und Hitze mag. Der Sommer in Deutschland – zumindest in Berlin- war eh ins Wasser gefallen und so gestaltete sich meine Reise in Islands Juli wie ein klimatisch nahtloser Übergang.

Wer es von Euch noch nicht weiß, bei mir läuft es alles eh immer anders als geplant oder ganz planlos. So war es auch nicht weiter überraschend, dass zunächst der gesamte Hinflug gecancelt wurde und erst nach einem 10stündigem (!) in-der-Schlange-Stehen, mir ein zielversprechender Ersatzflug am Folgetag in Aussicht gestellt wurde. Naja, alles halb so schlimm, denn wenigstens hatte ich nette Leute in der Schlange kennengelernt.

Auch in Island durfte ich viele nette Bekanntschaften schließen. Für mich war es besonders, dass Isländer ganz selbstverständlich über ihren Glauben an Elfen und Naturvölker in das Gespräch mit einflochten.
und dass ich endlich mal nicht mit Verunsicherung konfrontiert wurde, wenn ich jemanden sagte, dass mich Island wegen seiner Elfen interessiert und ich deswegen gekommen bin.


Ich war insgesamt 22 Tage unterwegs, hatte mein Zelt immer dabei, also immer ein Dach über dem Kopf, wenn ich nicht gerade von Leuten beherbergt wurde, deren Wege den meinen kreuzten.

Ich möchte Euch folgend meine persönlichen Highlights, Besonderheiten und Tipps für eine Islandreise erläutern:

 

 

Snæfellsnes

Das einzige Ziel, das ich mir in Island gesteckt hatte war es, in den ersten 6 Tagen eine Bekannte auf ihrer Horse Rental-Farm in Snæfellsnes zu besuchen und bei dem Führen der Ausritte und der Versorgung der Gäste zu helfen. Es war total schön, sich der isländischen Landschaft auf dem Pferderücken zu
nähern. Mir persönlich sagt der ständige Wechsel der Kunden auf den Pferderücken ohne, dass das Tier kennengelernt und erfühlt wird, nicht wirklich zu, aber es ist zweifellos erstaunlich, dass keines der ansonsten auf der Weide lebenden 60 Pferde Satteldruck oder sonstige Wehwechen hatte oder Verhaltensauffälligkeiten gezeigt hätten. Das Verhalten des Sohnes der Betreiber war sehr unreif und hochmütig. Den sollte man einfach vermeiden.
Zu der Internetseite der Betreiber kommt Ihr hier: http://storikambur.is/is
Die Halbinsel des „Schneebergs“, was Snæfellsnes bedeutet, ist sehr schön und ich kann Euch empfehlen, einen Spaziergang zwischen Hellnar und Arnarstapi zu machen. Ich habe auch besonders den Besuch der Höhle Vatnshellir genossen. So sehr, dass ich fast traurig war, dass nach einer 3/4 Stunde es schon wieder zurück ans Tageslicht ging.

The Green Valley - Heiße Quellen

 

Auch hier handelt es sich um ein beliebtes Ausflugsziels und ich hatte ein gutes Timing, weil ich erst spät am frühen Abend da aufgeschlagen war und sich da nicht mehr viele Leute tummelten.

Nach einem kurzen, aber steilen Anstieg von 45 Gehminuten, findet man sich wieder in einem grünen Tal mit vernebelten, warmen Nebeln, die von den heißen Quellen hervorgerufen werden.

Ein kleiner Fluss läd zum Baden ein, war mir aber  – an der Stelle, die ich für mich gefunden hatte – viel zu heiß.

Klettert man hinter den das Tal abschließende Berg, erstreckt sich eine wunderschöne Landschaft, in der man ruhig und ohne eine andere Menschenseele die Nacht verbringen kann.

Schwitzhütte

Vorort suchte ich nach schamanistisch motivierten Menschen und Gatherings in Island. Wer sucht, der findet und so so fand ich zu Heimir, der nahe dem See Medalfell, außerhalb von Reykjavík regelmäßig und mit Hingabe Schwitzhütten veranstaltet.

Die Mischung zwischen isländischem Gesang und dem native amerikanischen Schwitzhütten-Ritual, behalte ich besonders warm in Erinnerung und Heimirs Großzügigkeit und rührende Ehrlichkeit ließen mich zum Ende meiner Reise hin gleich nochmal wiederkommen.
Termine und Anmeldung zur Schwitzhütte hier:

https://www.facebook.com/groups/194558300594841/

Esjan Busses

Mir wurde von einem lieben Vikkinger, der mich auch eine Nacht beherbergt hatte, empfohlen, Kontakt zu Linda aufzunehmen, da sie manchmal Volunteers bei sich aufnimmt.

So habe ich die letzten 5 Nächte bei Linda und Daniel verbracht, wundervollen Menschen, die ich hoffentlich bald wiedersehe.

Sie beherbergen ihre Gäste in Bussen, die einst als  öffentliche Verkehrsmitteln dienten.
Auch wer schamisch motiviert ist, ist hier an der richtigen Adresse, da regelmäßig Workshops und Treffen stattfinden und Linda und Daniel wunderbar authentische und großherzige Menschen sind.

https://www.airbnb.de/rooms/16312178

Der Goldene Zirkel

Ich empfinde einen Grusel gegenüber Menschenmassen, die einen vor einem intensiven Dialog mit der Natur durch ihr Drängen und Hetzen abhalten.
Ich bin deswegen – und gerade, weil im Juli Hochsaison ist –  dem goldenen Circle ferngeblieben. Erst in der letzten Woche bin ich nachts zum gigantischen Gullfoss -dem goldenen Wasserfall- gefahren und habe die Geysir besucht. Das bietet sich an, da es ja auch nachts sehr hell ist

Trampen in Island

Das Mieten eines Autos kam für mich nicht in Frage, auch wenn es als nächtlicher Schlafplatz auch Asyl geboten hätte. Da ich während meiner Reisen eh immer Menschen kennenlerne, die mich mitnehmen, oder gar mich bei sich aufnehmen, hätte sich das teure Anmieten eines Autos für mich alleine nicht gelohnt. Außerdem sind viele der Straßen im Inland mit normalen Straßenautos gar nicht befahrbar, was ein Grund mehr war, mich auf nette Fahrer großer Autos zu verlassen.

Ich könnte eigentlich für viele meiner lieben Mitnehmer eine eigene Geschichte schreiben. Nicht selten bin ich so gerührt von diesen kurzen unverhofften Zusammenkünften, dass ich am liebsten die Momente nicht loslassen wollte, und dann ziehen sie doch in die Zeitlosigkeit weiter Oder tue ich das?

Whatever… Hitchhyken funzt auch in Island.

Leute, die zu zweit stoppen wollen, werden es schwerer haben, denn Isländer haben im Durchschnitt so einige Kinder, und die Autos sind proppevoll.

Wenn sie einen Platz frei haben, bieten die Isländer ihn dir auch gerne an.

Ansonsten haben mich viele internationale Urlauber mitgenommen, was toll ist, denn sie kommen ja an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei und man kann so mitziehen.

Akureyri

Ich finde ja, dass man nach Island nicht für Städtebesuche kommt, sondern für die atemberaubende Natur.
Es war völlig unverständlich für mich, dass die Isländer für mich langweilig bis unästhetisch anmutende Dörfer und Städtchen errichten, wo sie doch in der Natur und in ihren Sagen eigentlich von Inspiration durchtränkt sein müssten. An den Architekten zumindest, war diese Inspiration vorbeigegangen.

Eine malerische Ausnahme bildet Akureyri; ein Städchen, in dem ich sogar 3 Nächte bei einem wunderbarem Couchsurfing-Host blieb.

Das WaleWatching, zu dem ich eingeladen wurde, war ein wahres Highlight, sowie der Ausflug in die entlegensten Fjorde. Das Sommerhaus, das ich Euch in dem Island-Video zeige, habe ich genau in dieser Gegend gefunden.

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